Montag, 2. Dezember 2019

Naser Samadi

Familienbetrieb Schultheiss hofft auf eine Weihnachtsgeschichte

Das auf dem Foto ist Naser Samadi. Er ist Afghane, ist schon als Vierjähriger nach Pakistan geflohen, dann zurück nach Kabul und von dort vor einigen Jahren nach Deutschland geflüchtet. Hier hat er bei der Stadtbäckerei Schultheiss erfolgreich seine Ausbildung absolviert. Seit Juli ist er dort als Bäckergeselle angestellt und bei allen Kollegen sehr beliebt.

Gestern am 1. Advent, hatte Naser Samadi Geburtstag. Er wurde  31 Jahre alt. Naser konnte seinen Geburtstag aber nicht feiern. Am Freitag wurde er aus der Backstube von der Polizei abgeholt und in Abschiebehaft genommen. Bereits morgen (Dienstag) soll Naser nach Afghanistan abgeschoben werden.

Die Bäckerei Schultheiss startete einen verzweifelten Hilferuf. Der Betrieb möchte und kann auf seinen Mitarbeiter nicht verzichten. Familie Schultheiss hat heute eine Anwältin eingeschaltet und einen Eilantrag beim VG Stuttgart gestellt. 

Naser Sadami
Christian Schultheiss: "Nasers bevorstehende Abschiebung ist für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Er ist mit allen anfallenden Tätigkeiten in unserem Betrieb vertraut. Die Abschiebung eines gut integrierten, in festem und unbefristetem Arbeitsverhältnis stehenden Flüchtlings, der jahrelang den Willen bewiesen hat, ein Teil unserer Gesellschaft sein zu wollen, ist für uns ein Affront gegen die Menschlichkeit. Wir sind zudem entsetzt darüber, was uns Naser und seine in Deutschland lebende Familie darüber berichtet haben, was ihn mit der Vollziehung der Abschiebung in Afghanistan erwartet. Diese Schilderungen über Gewalt und noch Schlimmeres gegen abgeschobene Heimkehrer werden in zahlreichen Beiträgen von taz, Spiegel, tagesschau.de, ProASYL etc. bestätigt. Die Tatsache, dass unseren geschätzten Mitarbeiter und Kollegen Naser Samadi ein solch grausames Schicksal ereilen könnte, ist für uns unvorstellbar."

Gerlinde und Winfried Kretschmann besuchten die Schulklasse von Naser Samadi (blaues Jeanshemd Mitte) 

Ein Sprecher der Grünen bestätigte uns, dass der Kampf darum, dass Naser in Deutschland bleiben darf, aktuell auf Hochtouren läuft.


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