Dienstag, 18. Juli 2023

Cannstatter Fischerstechen 2023

Cannstatter Fischerstechen 2023

Es ist wieder soweit. Am Sonntag, den 23.07.2023 ab 11 Uhr am Neckar beim Mühlgrün findet wieder das Cannstatter Fischerstechen statt. 

Das Cannstatter Fischerstechen blickt auf eine Tradition von über 300 Jahren zurück. 

Ablauf: 

16 Stecher kämpfen um trockene Füße und den Wanderpokal für den Fischerstecherkönig. Teilnehmer wie der Sauerwasserschultes Bernd-Marcel Löffler, der ev. Stadtdekan Eckhard Schulz-Berg oder die mehrmaligen Fischerstecherkönige Franz Dräbelhoff und Panajotis Delinasakis versuchen sich bis zum Schuss trocken auf der Stecherkahn-Plattform zu halten und ihre Kontrahenten in die Neckarfluten zu befördern. Spektakel, Standsicherheit, Glück und Trockenheit.

Bereichert wird die Veranstaltung zum sechsten Mal durch ein Drachenbootrennen für Vereine und Parteien, welches die Kanugesellschaft Stuttgart als Co-Veranstalter organisiert. Im Team versuchen 14-16 Paddler zum Schlagrhythmus  ihres Trommlers als schnellstes Boot ins Ziel zu kommen. Jeweils ein Steuermann sorgt dafür, dass das Team auf der 200 m Stecke dabei in der richtigen Bahn bleibt. Sprint, Teamgeist und Wimperschlagentscheidungen.

Abgerundet wird der Tag der Traditionen mit einem bunten Beiprogramm aus Musikdarbietungen, Kinderprogramm und einer Hocketse am Neckarufer beim Mühlgrün zwischen Wilhelmsbrücke und Mühlsteg. Die Hocketse startet um 11 Uhr mit dem Frühschoppen, zu dem die Jugendkapelle des MV Hofen aufspielt. Bewirtet wird das Publikum bis ca. 18.30 Uhr. Bei der musikalischen Umrahmung sind zudem der Spielmannszug und Fanfarenchor des Kübelesmarkts sowie die Band Franzi spielstark vertreten. Und die Kleinen Gäste haben ab 13 Uhr parallel beim Kinderprogramm sich bei Spiel- und Bastelaktionen auszutoben.

Der Kübelesmarkt freut sich die Bevölkerung mit seinen Helfern und Mitstreitern zu freiem Eintritt am Neckarufer bei grandiosem Wetter begrüßen zu dürfen. 



Sonntag, 2. Juli 2023

MHP-Arena in Bad Cannstatt

Die Mercedes-Benz-Arena wird zur MHP-Arena 

Neuer Stadionname durch neuen Sponsor

Wir müssen uns erneut umgewöhnen. Im Zuge des finanziellen Engagements der Porsche AG wird die Mercedes-Benz-Arena umbenannt. Ab jetzt gibt es in der Region wohl zwei MHP-Arenen. Eine für die Basketballer in Ludwigsburg und eine für die Fußballer am Wasen. Ob das zu Verwicklungen führt, ist unklar, muss aber befürchtet werden.


Dass Mercedes sich aus dem Sponsoring weitgehendst zurückzieht, war schon länger klar. Nun sind also beide großen Automobilbauer der Stadt beim VfB engagiert und Teilhaber der VfB Stuttgart 1893 AG. Dass Porsche nicht selbst den Namen stellt und von der „kleinen“ Halle nebenan auf die sechstgrößte Sportstätte deutschlands umsteigt, ist verwunderlich. Stattdessen die Beratungstochter MHP, die bereits die MHP-Riesen Ludwigsburg sponsert. Diese Firma kennt kaum jemand und die Frage ist, was Menschen, die das Stadion besuchen, damit anfangen sollen. Immerhin geht es da um Dinge wie skalierbare Ilot-Plattformen, CIO-Advisory oder Cloud Transformation. Nicht gerade Leistungen, die der Normalverbraucher im Laden kauft. Da ist ein Auto, so komplex es auch sein möge, reeller. Wer übrigens bei MHP an die mhplus denkt, geht fehl. Das ist eine Krankenkasse, die in Ludwigsburg aufreizend nahe an der MHP-Arena sitzt und den Gedanken nahelegt, das wäre dasselbe.


Das gute alte Neckarstadion

Wir haben schon verschiedene Namen für unser Stadion gehabt. Doch der Klassiker, den viele nach wie vor kennen und verwenden, ist Neckarstadion. Er verschwand, wie so viele alt-ehrwürdige Stadionnamen, als diese an Sponsoren verkauft wurden, um mehr Geld einzunehmen. Zurückbekommen werden wir das Neckarstadion wohl kaum, denn Geld bezahlt der Neckar nicht. Er fließt nur vorbei und wir werden sehen, wieviel Wasser hinunterfließt, bis wir uns an den nächsten Namen gewöhnen müssen.


Wer allerdings denkt, dass Neckarstadion der Originalname war, irrt gewaltig. Als 1933 das Reichsturnfest im neu gebauten Oval eröffnet wurde, rief der Oberbürgermeister der NSDAP eigenmächtig und ohne vorherige Abstimmung den Namen Adolf-Hitler-Kampfbahn aus. Also aufpassen und nicht leichtfertig ein Original fordern, das man nicht haben will.
Zwischenzeitlich hieß es Gottlieb-Daimler-Stadion und das war, auch angesichts der Tatsache, dass der Konzern den Namen seines Mitbegründers Daimler komplett gestrichen hat und nun Mercedes-Benz Group AG heißt, sicher keine schlechte Lösung. Danach kam die Mercedes-Benz-Arena, auch ganz ohne den genialen und ehemals in Cannstatt tätigen Daimler. Immerhin aber waren wir mit dem Mercedes-Benz Superdome in New Orleans, dem Stadion der Footballmannschaft New Orleans Saints in guter Gesellschaft. Nichts für ungut, aber da ist eine gleichlautende Sporthalle in Ludwigsburg kaum vergleichbar.


Nun also geht ein klangvoller Name und auch der Stern sowohl vom Trikot als auch vom Dach des Stadions und wird gegen eine Abkürzung mit weit weniger Pathos und Bekanntheit ausgetauscht. Vielleicht wünschen sich manche Verfechter des Neckarstadions noch die Zeit zurück, in der wir in die Mercedes-Benz-Arena gingen. Vielleicht kehrt dadurch aber auch der alte Name in mehr Münder zurück.


Von Stefan Betsch