Montag, 2. Dezember 2019

Rosenstein-Eisenbahnbrücke

Brückenschlag Rosenstein

von Peter Mielert 

Seit der Bezirksbeirat Bad Cannstatt im Jahre 1998 mehrheitlich einem Antrag der Grünen zugestimmt hat, in dem dieser die Stuttgarter Stadtverwaltung aufforderte, bei ihren Planungen vom "Erhalt der alten Eisenbahnbrücke" auszugehen, sollte noch viel Wasser den Neckar herunterfließen, bis nach 2 Studienarbeiten - gefertigt an den Universitäten in Kassel(2013) und Stuttgart(2014) - endlich nach 15 Jahren, die Idee einer Nach-/Umnutzung zu einer "Grünen Brücke" bei der Verwaltung gezündet hat. Bei der Bürgerschaft ist das jedenfalls schon länger der Fall, hat sie sich doch bereits bei der Zukunftswerkstatt Bad Cannstatt im Jahre 2016 und im Bürgerhaushalt, deutlich für den Erhalt und die Nachnutzung ausgesprochen.

Im Ideenwettbewerb zum Neckarknie wurde die Brücke mit in die Ausschreibung aufgenommen und immerhin, 7 der beteiligten 10 Büros haben sich im Jahre 2018 Gedanken zu einer Nachnutzung gemacht.

Im diesem Jahr nun hat die Verwaltung die Rosenstein-Eisenbahnbrücke mit in ihre Projektausschreibung für die Internationale Bauausstellung(IBA) 2027, unter dem Motto: "Neue Verbindungen schaffen, Trennungen durch Infrastrukturbarrieren (Neckar; Eisenbahntrasse) überwinden", aufgenommen.

Die im Jahre 2014 gegründete "Initiative Rosensteinbrücke" war inzwischen nicht untätig und hat die Idee der Brücke zu einem "Brückenschlag Rosenstein", der auch den freiwerdenden Tunnel umfasst, weiterentwickelt und diese erstmals im April dieses Jahres im Verwaltungsgebäude des Cannstatter Bezirksrathauses der Öffentlichkeit präsentiert.
Rosensteinbrücke



Vom grünen U zum grünen X

Für die Freiraum-Struktur Stuttgarts hat sich seit einiger Zeit das symbolträchtige Bild eines "Grünen U" eingebürgert: Schloßpark, Rosensteinpark, Killesbergpark etc. Seit einiger Zeit gibt es das planerische Bestreben, das Neckartal in das Freiraum-Strukturkonzept der Stadt einzubauen und zu einem "Grünen X" zu erweitern. Die regionale Dimension der IBA 2027 ermutigt, diesen Gedanken mit Nachdruck weiterzuverfolgen. Allein, den empfindlich-kostbaren Bereich, in dem "Grünes U" und Neckartal aufeinandertreffen, beherrscht der raumgreifende Verkehrsknotenpunkt einer Stadtautobahn (B10/14 etc). Hier bieten nun zwei andere Verkehrsbauwerke die echte Chance eines Brückenschlags an: Zwei historische Eisenbahnanlagen, die im Zuge des Großprojekts S21 ihre ursprüngliche Funktion als Bahnanlagen verlieren werden: die Rosenstein-Brücke mit dem anschließenden Tunnel und der Stuttgarter Gleisbogen. Gerade vor dem Hintergrund der hochaktuellen Debatte einer nachhaltigen Mobilitätskultur erscheint es naheliegend, das Potential dieser historischen Eisenbahnanlagen für die sanften Mobilitätsformen des Fahrradverkehrs und des Zu-Fuß-Gehens zu erkennen und zu nutzen. Dafür ist es notwendig, im anstehenden Planfeststellungsverfahren diese Anlagen zu erhalten, damit sie umgewidmet und umgestaltet werde können. Der Image-Gewinn für die Stadt Stuttgart verspricht, beträchtlich zu sein. Der Image-Gewinn für die Stadt Stuttgart verspricht, beträchtlich zu sein - so, wie die „High-Line“ für New York; in Anlehnung daran spricht die Initiative nun von der „Rosenstein LINE Stuttgart“.



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