Dienstag, 20. Januar 2026

Roland Reng „Er kenne Herrn Benz nicht, sagte Herr Daimler“

von Wolfgang Breitkopf
Es geht um die Geschichte zweier Erfinder und Rivalen. Erzählt wird in zwei Handlungssträngen von zwei Tüftlern, die sich jeweils in den Kopf setzen, als Erste eine motorbetriebene „Kutsche“ zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen: Carl Benz in Mannheim und Gottlieb Daimler in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die beiden teils etwas schrulligen Herren werden mit viel Humor in Szene gesetzt. Man erfährt viel Historisches über Land und Leute, ohne dass es auch nur einen Moment belehrend wirkt oder an ein Fachbuch erinnert. Es steckt viel Lokalkolorit darin. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie Daimler seine Werkstätten am Seelberg inspiziert oder mit seinem Motorboot auf dem Neckar entlangschippert, ohne dass sich der Autor dabei in technischen Details verliert.
Ich finde es nicht nur als Cannstatter lesenswert.
Ein kleiner Tipp: Im Gartenhaus nahe dem damaligen Standort der Villa Daimler im Kurpark kann man ein kleines, aber feines Museum besuchen, das gleichzeitig als Gedenkstätte dient. Der Besuch ist kostenfrei, und es gibt Informationen zu Gottlieb Daimler, Ausstellungsstücke und Modelle seiner Erfindungen. Es lohnt sich, einmal vorbeizuschauen!
Zum Schluss noch der Klappentext des Buches:
Im Juli 1886 unternahm Herr Benz in Mannheim die erste Autofahrt der Geschichte. Cannstatt war weit genug entfernt, dass dort zur selben Zeit Herr Daimler stolz erzählen konnte, er habe gerade das Automobil erfunden. Schwierig wurde es, als die beiden von der Existenz des anderen erfuhren. Ein Wettlauf beginnt, und die lebensfrohen Frauen der Erfinder mischen mit. Benz und Daimler glauben, mit 16 km/h in die Zukunft zu rasen – doch sie stoßen auf breite Ablehnung ihrer Zeitgenossen.




 

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