Montag, 16. April 2018

Geburt bei den Waldantilopen

Jüngstes Bongo-Kalb wagt sich erstmals nach draußen

Bei den extrem seltenen Waldantilopen im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart gibt es wie 2017 auch dieses Jahr wieder Nachwuchs. Mutter Asante hat am 16. März ein Kalb zur Welt gebracht. Tochter Amarie hat diese Woche das erste Mal ihre Hufe vorsichtig auf die Außenanlage gesetzt. In der Natur gibt es schätzungsweise nur noch 100 der ostafrikanischen Bongos, die zudem ausschließlich in Kenia vorkommen.


Die großen Ohren im Vergleich zum noch kleinen Kopf gewaltig

Die Neugeborenen der Bongos sind so genannte Ablieger. Statt der Mutter zu folgen, bleiben sie im Zoo daher zunächst einige Wochen im Stroh der Wurfbox liegen. Die Mutter schaut bei ihnen nur 


zum Säugen vorbei. In der Wildnis Ostafrikas dient dieses Verhalten dazu, dass Raubtiere möglichst nicht auf die Jungtiere aufmerksam werden, solange diese noch nicht groß genug sind, um zu flüchten. Ab dieser Woche folgt Amarie nun der kleinen Wilhelma-Herde nach draußen. Während der Bulle Tambo im Nachbargehege in Sicht-, Hör- und Riechweite residiert, lernt das Kälbchen das Außengehege mit Mutter Asante und ihrer vor einem Jahr geborenen Schwester Uzuri kennen. Mit dabei sind noch die Kühe Cindy sowie Wilma mit Sohn Robo.


 In der Wilhelma sind seit 1980 bereits rund 50 Kälber geboren worden.

Durch die Altersstaffelung lassen sich aktuell bei den Bongos der Wilhelma die Wachstumsphasen gut vergleichen. Von Geburt an trägt das Kalb das kurze rotbraune Fell mit den fast parallel verlaufenden weißen Nadelstreifen. Im Wechsel von Licht und Schatten sind die Tiere damit in ihrem natürlichen Lebensraum, dem Wald, gut getarnt. Ebenfalls trägt Amarie bereits den schmalen, wie getrimmt wirkenden Bürstenkamm, der Bongos über den ganzen Rücken läuft. Noch fehlen ihr die Hörner, was ihre ohnehin großen Ohren völlig überproportional erscheinen lässt. Im Moment kann sie noch unter dem Bauch ihrer Mutter hindurchlaufen. Die einjährigen Jungtiere Uzuri und Robo nähern sich dagegen sichtbar der Schulterhöhe der Erwachsenen an. Und ihnen sprießen klar erkennbare Hörner. Die sind allerdings erst eine Hand lang und brauchen noch eine Weile, bis sie die letztliche Länge von einem Meter und die typische Drehung entwickeln haben.

Fotos: Wilhelma

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